Schwangerschaft: Auf Folsäure- und Vitamin-D-Versorgung achten!

Gastbeitrag von Laura Michelis

Laut Nationaler Verzehrstudie II sind Frauen in Deutschland mit zwei wichtigen Vitaminen unterversorgt: 91 Prozent erreichen die empfohlene tägliche Mindestdosis an Vitamin D nicht, 86 Prozent bleiben unter dem empfohlenen Wert an Folsäure.i

Eklatant kann sich ein Mangel besonders bei Schwangeren auswirken. Denn zahlreiche Studien belegen, dass eine gute Folsäure-Versorgung Neuralrohrdefekten vorbeugt. Aus diesem Grund empfehlen Gynäkologen Frauen mit Kinderwunsch oder Schwangeren, auf eine optimale Folsäure-Versorgung zu achten. Die Versorgung über die Ernährung allein reicht bei den meisten Frauen nicht aus. Grund dafür: Folsäure ist ein extrem hitze- und lichtempfindliches Vitamin, das häufig durch Lagerung und Garung verloren geht.

Aktuell heben zudem immer mehr Studien die Bedeutung von Vitamin D in der Schwangerschaft hervor. Hier vier Beispiele:

  • Die Forscherin Eveline Leffelaar weist im British Journal of Nutrition 104, 2010 darauf hin, dass der Vitamin-D-Status in der Frühschwangerschaft das Wachstums des Babys vor und nach der Geburt beeinflusst. ii
  • Die Bedeutung von Vitamin D in der Schwangerschaft betonte die Wissenschaftlerin Fariba Mirzaei während der Jahresversammlung der American Academy of Neurology im April 2010 in Toronto. Sie könnten das Risiko des Babys im Verlauf seines Lebens an Multipler Sklerose zu erkranken deutlich mindern.iii
  • Elina Hyppönen, Ko-Autorin der Studie “Avoidance of vitamin D deficiency in pregnancy in the United Kingdom: the case for a unified approach in National policy” wird am 3. Juli 2010 von BBC mit den Worten zitiert: „Wir glauben, dass die routinemäßige Gabe einer täglichen Supplementierung während der Schwangerschaft die Anzahl der Mütter mit einem deutlichen Vitamin-D-Defizit und die damit verbundenen Risiken für deren Babys signifikant reduzieren würde.“iv
  • Laut Kassim Javaid in The Lancet, Volume 367, 2006 könnte das Osteoporose-Risiko für Frauen im Alter durch eine Vitamin-D-Supplementierung in der Schwangerschaft reduziert werden.v

Das zeigt, dass Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere mit ihrem Gynäkologen unbedingt über Folsäure und Vitamin D sprechen sollten. Empfehlenswert ist eine routinemäßige Blutuntersuchung, um den Vitamin-D-Mangel mit feststellen zu lassen. Diese wird von den Krankenkassen übernommen. Empfehlenswert ist dann gegebenenfalls die Supplementierung mit einem Folsäurepräparat das Vitamin D mindestens zu 5 µg als 100% der täglichen empfohlenen Mindestzufuhr enthält.

i Vgl: Nationale Verzehrsstudie II. Hg. v. Max Rubner-Institut. Karlsruhe 2008.
ii Vgl: Eveline Leffelaar: Maternal early pregnancy vitamin D status in relation to fetal and neonatal growth: results of the multi-ethnic Amsterdam Born Children an their Developtment cohort. In: British Journal of Nutrition 104 (2010). S. 108-117.
iii Vgl: Drinking Milk During Pregnancy May Lower Baby’s Risk of MS. In: http://www.aan.com/press/index.cfm?fuseaction=release.view&release=797 (abgerufen am 26.08.2010).
iv Vgl: Pregnant women „must take vitamin D supplements“. In: http://www.bbc.co.uk/news/10486310 (abgerufen am 26.08.2010).
v Vgl: Kassim Javaid: Maternal vitamin D status during pregnancy and childhood bone mass at age 9 years: a longitudinal study. In: The Lancet 367 (2006) 9504. S. 36-43.
Gastbeitrag von Laura Michelis, Mammut Pharma, Folsäurepräparate und anderes

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